China: Sichuan und Yunnan

03.09. - 14.09.2011: Yushu - Ganzi

Dzogchen Gompa
Dzogchen Gompa

Endlich wieder on the road! Nach zwei Tagen Akklimatisieren an die Höhe mach ich mich von Yushu Richtung Serxu auf. Es ist herrliches Wetter und ich fahre voller Elan. Allerdings nur 57km. Da beginnt der Anstieg zu einem ziemlich steilen Pass und da ich an diesem Tag bereits 600 Höhenmeter gemacht habe, möchte ich es nicht übertreiben. Zudem weiss ich nicht, wie es auf der anderen Seite des Passes aussieht. Es kann sein, dass es da nicht wirklich runtergeht. Ich campe also früh auf 4'200m. Am Abend bekomme ich starke Kopfschmerzen, ein klassisches Zeichen von Höhenkrankheit und in der Nacht kommt ein furchbarer Gewittersturm auf. Es beginnt zu regenen, zu blitzen und donnern und hoert erst etwa 24 Stunden später wieder auf. Darum beschliesse ich am Morgen, einen Tag hier am Fusse des Passes zu verbringen und auf besseres Wetter zu warten. Das kommt dann auch am nächsten Tag und sofort erklimme ich den Pass. Und was für eine Überraschung: Der Pass steigt nochmals 500m bis auf eine Höhe von 4'700m an und dahinter geht es nur wenig bergab. Im Nachhinein bin ich froh, einen Ruhetag vor diesem hohen Pass gemacht zu haben.

 

Auf dem Weg nach Serxu treffe ich auf der Hochebene drei tibetanische Mönche. Sie laden mich zum gemeinsamen Picknick ein: getrocknetes Yakfleisch und Brot! Ich übernachte im grossen, tibetanischen Kloster in Serxu. Hier bin ich wieder mitten im Grasland von Amdo: Hohe Berge oder eher grasbewachsene Hügel soweit das Auge reicht. Höhe: Zwischen 3'600 und 4'800m.

 

Am nächsten Tag fahre ich 87km und campe erst als es am Himmel plötzlich nach einer Regenschauer aussieht. Ich kann mein Zelt neben einer Nomadenfamilie aufstellen. Die Regenschauer kommt dann aber nicht, stattdessen kommt wieder die Sonne. So ist nunmal das Wetter hier oben in den Bergen. In der Nacht wird es dann richtig kalt: -2 Grad im Zelt! Brrr...!So kalt, dass mein Schlafsack aussen gefrohren ist und an der Wand im Zeltinnern Schnee von meinem Atem ist.

 

Am Tag darauf ist aber wieder blauer Himmel und voller Energie fahre ich in einer Gewaltstour 127km bis zum spektakulär unterhalb eines Gletschers gelegenen Kloster Dzogchen Gompa. Hier gefällt es mir und ich bleibe für drei Nächte. Hier treffe ich auch den ersten ausländischen Touristen seit Yushu: Ein Französischer Student, der per Anhalter von Paris unterwegs ist. Es sollte auch der einzige Tourist bis Litang bleiben. Das Dzogchen Gompa ist super schön und irgendwie ist es mein persönliches Shangri-la (das aus dem Roman mein ich).

 

Nach zehn Tagen seit Yushu komme ich in Ganzi, einer quirilgen Tibeter-Stadt, an. Das Tal, in dem Ganzi liegt, ist angenehm mild. Hier kann ich auch für die nächste Etappe Haferflocken & Co. ein kaufen. Das brauche ich auch, denn es geht jetzt wieder fünf Tage durch abgelegene Täler und Pässe nach Litang.

15.09. - 20.09.2011: Ganzi - Litang

Strasse nach Litang
Strasse nach Litang

Da ich in Dzogchen Gompa und Manigango länger geblieben bin als erwartet, mache ich mich schon am nächsten Tag auf in Richtung Litang, d.h. weiter südwärts über kleine Strassen.

 

Aus dem weiten Ganzi-Tal biege ich in eine enge bewaldete Schlucht ein und folge dieser die nächsten beiden Tage. Endlich wieder Bäume und Wald! Ich werke erst jetzt wie kahl das Tibetplateau bisher war. Hier radle ich wirklich im Nowhere! Das Wetter aber ist super, die Strassen extrem einsam, aber meistens asphaltiert. Am dritten Tag  biege ich von dieser Strasse ab und verlasse das enge Tal. Ich bin auf 3'000m angekommen - dem tiefsten Punkt seit Yushu - und ab jetzt heisst es wieder aufwaerts: Bis auf 4'500m, um genau zu sein. Die Strasse ist nicht asphaltiert und die nächsten drei Tage werden recht staubig... Die Landschaft und das Campen sind aber  grossartig.

 

Kurz vor Litang schlage ich mein Zelt neben demjenigen von Strassenarbeitern auf. Ich werde von ihnen zum Znacht und zum Zmorgen eingeladen, mhhh... Kaum in Litang angekommen, kann ich an einer Himmelsbestattung teilnehmen. Bei einer Himmelsbestattung wird der Körper der verstorbenen Person den Geiern überlassen. Ein profssioneller "Knochenbrecher" zerkleinert den Körper, damit, die Geier die tote Person restlos aufessen können. Das ist schon sehr eindrücklich. Natürlich beobachte ich das ganze aus angemessener Distanz.

 

Litang ist ein guter Ort, um Einkäufe zu machen, das Velo zu puzten und zu warten sowie den Körper etwas auszuruhen. Litang ist mitten in Cham und die Bewohner wie auch in den bisherigen Orten fast ausschliesslich Tibetaner. Hier seit langem wieder einzelne Rucksacktouristen.

21.09. - 28.09.2011: Litang - Shangri-la

Wälder und Berge auf dem Weg Richtung Shangri-la
Wälder und Berge auf dem Weg Richtung Shangri-la

Das letzte Stück der Etappe von Yushu nach Shangri-la stellt sich bald als die anstrengendste heraus: Auf einer Strecke von 450km geht es über sieben Pässe und 6'600 Höhenmeter!

 

Zum Glück habe ich mir das Höhenprofil von einem anderen Radler (Betzgi.ch) aus dem Internet abgezeichnet. So weiss ich in etwa, was mich erwartet. In Litang erfahre ich zudem, dass während den chinesischen Ferien vom 1.-9.10. keine Visumsverlängerungen möglich sind. Mein Visum läuft aber am 8.10. ab! Also spute ich mich, um mein Visum noch vor den Ferien verlängern zu lassen.

 

Eine super Strecke erwartet mich: Berge und Wald, oft soweit das Auge reicht. Dazu immer wieder rauf auf den Pass und wieder runter ins Tal. Das über etwa 450km... Unterwegs hat es nur kleine Dörfer und nach etwa 200km eine kleine Stadt, wo ich neuen Proviant kaufen kann. Vor dem steilen Anstieg danach kann ich bei einer tibetanischen Familie im Haus übernachten, da abends Regen aufkommt. Am nächsten morgen ist das Wetter aber wieder gut und der Aufstieg von 2'800m auf 4'400m kann beginnen. Natürlich wieder auf Piste...

 

Nach sechs Tagen komme ich gesund und munter in Shangri-la an. Ich freue mich auf ein Bett und eine Dusche!

29.09. - 05.10.2011: Tigersprung-Schlucht (Trekking)

Pfad in der Tigersprung-Schlucht (unten im Tal der Yangtze)
Pfad in der Tigersprung-Schlucht (unten im Tal der Yangtze)

In  Shangri-la treffe ich das Schweizer Paar Martin und Katharina aus Wetzikon, die von der Schweiz mit dem Velo losgefahren sind. Auch sie sind hier, weil sie das Visum verlängern müssen. Zusammen gehen wir zum PSB (Public Security Bureau) und wir kriegen das Visum innerhalb einer halben Stunde um 30 Tage verlängert! Wow! Das übertrifft alle meine Erwartungen.

 

Ich beschliesse noch vor den chinesischen Ferien 100km südwaerts in die Tigersprungschlucht zufahren, um dort etwas zu trekken. So kann ich auch den Touristenmassen in Sahngri-la ausweichen. In der Schlucht ist es recht ruhig und beschaulich. Sehr wenig Touristen. Die Chinesen sind nicht die grossen Wanderer. Leider ziehen aber auch Wolken auf und die beiden 5'500m hohen Berge links und rechts der Schlucht sind verhüllt. Trotzdem gehe ich auf eine eintägige Wanderung entlang der Schlucht (siehe Foto).  Ich bin ganz alleine unterwegs und die Aussicht ist trozt Wolken sensationell. Am nächsten Tag hab ich mega Muskelkater in den Beinen.

 

Zurück nach Shangri-la fahre ich eine andere 200km lange Route durchs bergige Hinterland. Hier geht es wieder flott rauf und runter. Ich nehmes recht gemütlich, damit ich erst nach den chinesischen Ferien zurück In Shangri-la bin. Ich mache Halt in Haba und bei den Kalksteinterassen von Bashuitai.

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Coming home 2

Coming home 10 months after I have left
Coming home 10 months after I have left

Going for a big journey is one thing, but coming home is another. Just today I've got a qoutation from Albert Camus from a cycling buddy:

 

"What gives value to travel is fear. It breaks down a kind of inner structure we have... Far from our own language, stripped of all our props... we are completely on the surface of ourselves. But also, soul-sick, we restore to every being and every object its miraculous value."

 

I think this is very true and gets the very point of the adventure of going for a big journey. And now coming home is another adventure. And it breaks down another inner structure again. After so many months on the road with no home but the tent or a hotelroom, the routine of getting on the bike every morning, looking at the sky and the weather, the impression of so many so different people, animals, landscapes, sounds, smells coming home is like another big adventure. An adventure at least as big as the going away. Coming home with all these impressions, life will never be the same again.

 

After two months of asylum at my parents house in the north east of Switzerland I found a place to stay in Zurich in April. So it was time to go for the last bit of my journey: riding the 80km back home to Zurich. I took some small roads through the hills of the Hinterthurgau, crossed the Lake of Zurich on a ferry and reached Zurich Wollishofen almost exactly 10 months after I have left the town by bike (see photo).

 

This is the end of my journey.

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From +30 to -20 degrees Celsius

Snowcovered hills back home
Snowcovered hills back home

Taking a plane with a bicycle always makes me a little bit nervous since there seem not to exist any definitive regulations and it always depends partly on the goodwill of the clerk at the check-in desk. After organizing a carboard-box for the bike and a taxiride to Bangkok International Airport I was checking in as early as possible with 38kg instead of the allowed 30kg. The woman at the counter did some phonecalls but in the end gave me boardingpass and ticket and I didn't have to pay any overweight!! Yeeeesss! It could have been 40$/kg overweight!

 

After one night in Colombo my plane to Switzerland took off at noon on February, 3 and by sunset we landed in Zurich. The temperature outside: minus 11 degrees Celsius and still dropping! And it dropped as far as minus 22 degrees the following night. The next day - exactly eight months after my departure - I cycled the last few km back home through a beautiful snowcovered landscape.

 

Total time: 8 months

Total km: 8'864 km

Total countries: 7 (Uzbekistan, Tajikistan, Kirgistan, China, Laos, Cambodia, Thailand)

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The dewdrop has reached the ocean

After more or less eight months and 8800km of cycling I have reached the crystal clear waters of the Gulf of Thailand.

 

After two weeks in Chiang Rai I missed my bicycle. So I took a bus down to Bangkok again just to take my bicycle on the train and head for the Cambodian border at Aranya Prathet where I crossed the border three weeks before. I decided to make a little detour through Cambodia before heading south to the sea. I passed through the colonial City of Battambang and continued from there south to the borderprovince of Pailin, known for gemstones and beeing the last "Khmer Rouge Resort". From here I cycled straight down to Trat at the Gulf of Thailand and took a boat to the remote jungle-island of Koh Kut (picture).

 

The Island is the perfect lonely-beach-paradise and endpoint of my pilgrimage from the Central Asian deserts over the Himalayan Plateau to the jungles of Southeast Asia. So I pass my remaining days here at the white beaches of Koh Kut.

 

On february, 2 my flight leaves at 7 p.m. from Bangkok International Airport direction Switzerland...

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