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Kambodscha

04.12. - 12.12.2011: Grenze Laos - Phnom Penh

On the road in Cambodia
On the road in Cambodia

Der Grenzübergang nach Kambodscha geht speditiv und nach etwa einer halben Stunde sind wir in Kambodscha. Für das Visum, das offiziell 20.- USD kostet, zahlen wir hier 25.- USD, dazu kommen noch zwei Dollar "Stempelgebühren" bei der Ausreise aus Laos, ein Dollar "medizinischer Check" sowie zwei Dollar "Stempelgebühren" bei der Einreise. So geht das hier mit dem Schmieren...

 

Von der Grenze fahren Wolfi und ich in zwei Tagen durch schöne und einsame Landschaft bis Kratie, einem kleinen, geschäftigen Städtchen mit viel südostasiatischem Charme. Da alles dem Mekong entlang geht, ist es auch hier flach wie ein Pancake und die Strassen sind viel besser als ihr Ruf. Nahe Kratie kann man im Mekong die seltenen Irrawady-Delfine beobachten. Wïr nehmen ein Boot und cruisen auf dem Mekong und sehen viele Delfine, ab und zu auftauchen, um Luft zu holen. Der Mekong ist hier wirklich sehr breit und angeblich auch sehr tief. Am nächsten Tag trennen sich die Wege von Wolfi und mir: Er radelt südostwärts nach Ho Chi Minh City in Vietnam und ich südwestwärts nach Phnom Penh. Weil es mir so gut in Kratie gefällt, bleib ich aber noch einen zweiten Tag hier.

 

Es ist Hochzeitssaison in Kambodscha und ich sehe fast täglich eine oder mehrere Hochzeiten mit kitschigen Fotos, Prinzen- und Prinzessinnenkleidern und Schmusebands. Am Abend kann das schon laut werden. Darum schaue ich immer, dass in der Nähe von meinem Guesthouse möglichst keine Hochzeit ist... Von Kratie fahre ich zwei Tage weiter alles dem Mekong entlang so gut es eben geht bis nach Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha. Ich bin überrascht, wie einfach die Stadteinfahrt in die 2Mio-Metropole geht. Ich fliesse einfach mit dem Verkehr, bis ich vor einem Guesthouse stehe.

 

Phnom Penh ist eine angenehme Stadt und sehr übersichtlich. In den drei Tagen, die ich hier bleibe, besuche ich den Königspalast, die Silberpagode und das Ton Sleng Museum über die Greueltaten der Roten Khmer. Harte Kost aber sehr eindrücklich. An einem Abend treffe ich per Zufall zwei Schweizer mit Wohnmobil, die auf Weltreise sind und die ich vor rund fünf Monaten in Dushanbe, Tajikistan getroffen habe. Wir verabreden uns für den nächsten Morgen zu einem Sonntagsbrunch auf dem Parkplatz vor ihrem Wohnmobil. Mmmhhh... lecker mit Müesli, 3-Minutenei, Kaffee und Baguette.

13.12. - 20.12.2011: Phnom Penh - Siem Reap (Angkor)

Camping in Beng Mealea
Camping in Beng Mealea

Das Losfahren nach einer längeren Pause ist oft etwas schwierig. Auch in Phnom Penh bin ich etwas "klebrig" und komme erst gegen 10 Uhr los. Dazu kommt ein permanenter Gegenwind von Nordosten, leicht grau verhangenes Wetter, müde Beine und eine Strecke die ich schon mal gefahren bin. So geht das zwei Tage, bis ich in Kampong Thom vom National Highway abbiege und auf Nebenstrassen Richtung Norden fahre.

 

Ohne Verkehr und auf Nebenstrassen macht es gleich wieder Spass. Die Strassen sind zudem weit besser als ich erwartet hatte. Fast die gesamte Strecke ist geteert und flach. Ich fahre durch weite WÄlder, wo illegal abgeholzt wird und durch kleine Dörfer. Hier oben liegen noch viele Minen in den Wäldern und Feldern vom Bürgerkrieg. So ist der Anblick von einbeinigen Menschen auch keine Seltenheit. Wegen den vielen Minen übernachte ich in Kambodscha auch meistens in Guesthouses und campe insgesamt nur drei mal.

 

Ich fahre in drei Tagen 260km ganz hoch zum Preah Vihear Tempel an der Thailändisch-Kambodschanischen Grenze. Die Strecke fürht meistens durchs Nowhere, genauso wie ich es liebe. Der Preah Vihear Tempel war in letzter Zeit immer wieder Grund für Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern, die sogar zu militärischen Übergriffen mit Artelleriebeschuss und Toten geführt hatte. Entsprechend viel Militärpraesenz ist darum auch hier oben rund um den Tempel. Ich kann neben dem Militärhospital mein Zelt aufschlagen. Der Tempel selber liegt oben auf einem 600m hohen Berg, etwa 500m über der flachen Ebene mit grandiosem Ausblick über Kambodscha.

 

Von hier geht es wieder südwärts zur vom Dschungel verschlungenen Khmer-Stadt Koh Ker aus der Angkor-Periode. Und am nächsten Tag weiter durchs Hinterland - endlich wieder mal etwas Piste - zum ebenfalls von Bäumen und Wurzelwerk überwucherten Tempel Beng Mealea. Dort gelange ich direkt mit dem Velo auf das Tempelgelände und ein paar Kinder geben mir eine Führung mit Klettern quer über all die eingestürzten Kammern, Gänge und Hallen. Echt super schön! Ich frage darum eine Wächterin, ob ich mein Zelt irgendwo in den Ruinen für die Nacht aufschlagen kann und es ist kein Problem. In der Nacht bin ich ganz alleine mit vielen Vögeln, Zickaden und anderem Getier. Ein Super Campingplatz!

 

Am nächsten Morgen fahre ich noch das letzte Stück bis Siem Reap und den Tempeln von Angkor. Um möglichst den National Highway zu umgehen, versuche ich es quer durch den Busch hinein nach Siem Reap und verfahre mich auf winzigen Buschwegen, wo es immer wieder eine Abzweigung gibt und kaum mehr Platz als für ein Fahrrad hat. Ausgerechnet hier reisst meine Kette. Als ich die Kette am wechseln bin, kommt zum Glück ein Einheimischer auf einem alten Velo, der mir zuerst amüsiert zuschaut und mich nachher aus dem Labyrinth von Buschweglein in ein Dorf fürht, von wo es wieder eine breiteren Kiesstrasse nach Siem Reap geht.

21.12.-25.12.2011: Siem Reap (Angkor) - Grenze Thailand

Ta Prohm Tempel
Ta Prohm Tempel

Die Tempel von Angkor sind eindrücklich. Auch wenn es viele Touristen hat, die Tempel sind wirklich einmalig! Ich löse mir einen Dreitagespass und in den drei Tagen kann ich zwar viel anschauen, aber bei weitem nicht alles. Es ist schlicht und einfach riesig! Der berühmteste Tempel ist Angkor Wat, der "Tempel, der eine Stadt ist", aber auch Bayon mit den Kanon-Gesichtern, die Stadtmauern von Angkor Thom und die überwucherten Tempel darum herum sind einmalig.

 

Am dritten Tag fahre ich mit Guido, einem Bekannten, den ich hier in Siem Reap treffe mit dem Tuktuk zu einem etwas ausserhalb liegenden Tempel. Auf diesen Ausflug nehmen ein paar einheimische Kinder mit ihrem Vater bzw. Onkel mit. Sie freuen sich auf die kleine Reise und auch für uns wird es lustig mit den Kindern und ihrem Vater, bzw. Onkel. Nach einem langen Tag laden wir sie wieder in ihrem Dorf ab und verabschieden uns.

 

Am Weihnachten mache ich einen Freitag mit lesen und nixtun und am Abend gehe ich mit anderen Travellern an das Konzert von Dr. Beat Richner (Beatocello), einen Schweizer Arzt, der ein Kinderkrankenhaus hier und in Phnom Penh aufgebaut hat. Sehr eindrücklich.

 

Am nähchsten Tag fahre ich wieder los und mache in einem Schnurz die 158km von Siem Reap bis nach Poipet an der Thailändisch-Kambodschanischen Grenze.