Thailand

26.12.2011-18.1.2012: Grenze Kambodscha - Chiang Rai - Bangkok

Elefanten-Künstler im Elephant Conservation Center
Elefanten-Künstler im Elephant Conservation Center

Nach erfolgtem Grenzübergang von Poipet (Kamboscha) nach Aranya Prathet (Thailand) entschliesse ich mich, mein Fahrrad in den Zug zu verladen und die 250 km bis Bangkok so zurückzulegen. Das Einfahren per Velo in eine Millionenstadt wie Bangkok entsprechender Agglomeration ist erfahrungsgemäss nicht sehr attraktiv und in Thailand hat es verglichen zu den bisher bereisten Ländern viel mehr Verkehr und viel mehr und breitere Strassen. Nicht mein Velo-Traumland.

 

In Bangkok lasse ich mein Fahrrad stehen und nehme schon am nächsten Tag den Nachtzug nach Chiang Mai, ganz im Norden von Thailand. Dort verbringe ich zwei Nächte und besuche das staatliche Elephant Conservation Center, wo "arbeitslose" Elefanten mit ihren Mahuts (Elefantenführern) leben. Früher haben viele der Elefanten noch in der Forstwirtschaft gearbeitet. Das Bäumefällen und Abtransportieren wird aber zunehmend mit schweren Maschinen erledigt, so dass die Elefanten plötzlich überflüssig und die Mahuts mit ihren Tieren zu Bettlern werden. Das eindrücklichste im Elefanten-Camp: Elefanten, die mit dem Pinsel und Staffelei eigenständige Bilder malen (siehe Bild). Und zwar verblüffend gute Bilder. So gute, dass ich mir für 30.- USD eines in der Galerie erstehe. Anschliessend nehme ich den Bus nach Chiang Rai, um mit Freunden Neujahr zu verbringen und ein bisschen meine Beine auszuruhen. 

 

Hier oben kann ich auch mein 15Tage-Thai-Visum durch einen kurzen Ausflug nach Burma verlängern. Nach zwei Wochen habe ich aber wieder Sehnsucht nach meinem Fahrrad und nehm den Bus südwärts über Sukkothai, der ehemligen Hauptstadt und Miniatur-Ausführung von Angkor, wieder zurück nach Bangkok.

 

Ich habe es vermisst, mein Fahrrad und so tief sitzt der Rythmus, dass ich nicht einfach so herumhängen und nichts tun kann. Ich freue mich auf die Fahrt über Kamboschda Richtung Süden an den Golf von Thailand.

19.01.-26.1.2012: Bangkok - Kambodscha- Koh Kood - Bangkok

Hochsiason auf Koh Kood...
Hochsiason auf Koh Kood...

Um aus Bangkok heraus zu kommen, habe ich wieder den Zug genommen und so setze ich meine Velofahrt genau da wieder fort, wo ich vor etwa drei Wochen aufgehört habe: an der Grenze zu Kambodscha. Ich stehe am Morgen früh auf, um schnell über die Grenze zu kommen. Das kambodschanische Visa on Arrival ist kein Problem und erstaunlicherweise brauche ich auch fast keine "kleinen Geschenke" hier: 100Baht (3USD) für den Zöllner bar auf die Hand neben den offiziellen 20.- USD für das Visum. Das ist alles. Mir recht. Und ab geht es wieder auf die Strasse! Ich fahre die 124km bis Battambang in einem Schnurz durch. Es ist wieder heiss und Schatten gibt es nicht sehr viel auf der Strasse. Aber es ist einfach super wieder unterwegs zu sein! Und auch Kambodscha gefällt mir irgendwie besser als Thailand. Chris von Rohr würde sagen:"Mehr Dreck!" Battambang ist ein schönes Kolonialstädtchen, bunt, chaotisch und voller Düfte. Südostasien pur!

 

Am nächsten Tag fahre ich weiter und zwar wieder südwärts in die über 300m hohen Berge... Die Provinz Pailin wurde den letzten Roten Khmers zur Verwaltung gegeben, bis erst vor wenigen Jahren endlich die obersten Führer vor Gericht gestellt wurden. Der Prozess hat erst begonnen und viele Kambodschaner hoffen, dass endlich gerechte Strafen für diese grausamen Verbrechen gesprochen werden. Die Fahrt hoch nach Pailin dem Hauptort vor der Grenze nach Thailand ist gekennzeichnet von abgeholztem Dschungel. Vereinzelt stehen noch Baumriesen, "verbrannte Erde" im wahrsten Sinne des Wortes zeugt noch vom Raubbau an der Natur. Es tut mir in der Seele weh. Es ist eindrücklich zu sehen, wie kurz nach der Grenze wieder dichter Regenwald anzutreffen ist. Armut geht zu erst auf Kosten der Natur.

 

Nach diesem zweitägigen Abstecher nach Kambodscha - wiederum um mein 15-Tage-Visum für Thailand zu verlängern - fahre ich auf merkbar besseren Strassen 151km bis an die Küste des Golfs von Thailand und am nächsten Tag per Schiff hinüber auf die kaum besiedelte Tropeninsel Koh Kood. Diese Insel ist das Klische eines tropischen Paradieses: Mit schneeweissen Korallensandstränden, türkisblauem Wasser und Kokospalmen, welche den Strand säumen! Und das beste: Wirklich sehr, sehr wenige Touristen (siehe Bild). Mein Bungalow mit Bambuswänden und Hängematte ist zwar kaum grösser als die Matraze, dafür aber keine 20m vom Strand entfernt. Der perfekte Ort, meine Pilgerreise zu beenden. Der Tautropfen ist am Meer angekommen!

 

Nach ein paar Tagen Ausspannen, Baden und Lesen fahre ich von hier per Schiff, Velo, Bus und Zug der Küste entlang zurück nach Bangkok und von dort schliesslich am 2. Februar 2012 nach knapp acht Monaten unterwegs wieder heim nach Zürich.

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Coming home 2

Coming home 10 months after I have left
Coming home 10 months after I have left

Going for a big journey is one thing, but coming home is another. Just today I've got a qoutation from Albert Camus from a cycling buddy:

 

"What gives value to travel is fear. It breaks down a kind of inner structure we have... Far from our own language, stripped of all our props... we are completely on the surface of ourselves. But also, soul-sick, we restore to every being and every object its miraculous value."

 

I think this is very true and gets the very point of the adventure of going for a big journey. And now coming home is another adventure. And it breaks down another inner structure again. After so many months on the road with no home but the tent or a hotelroom, the routine of getting on the bike every morning, looking at the sky and the weather, the impression of so many so different people, animals, landscapes, sounds, smells coming home is like another big adventure. An adventure at least as big as the going away. Coming home with all these impressions, life will never be the same again.

 

After two months of asylum at my parents house in the north east of Switzerland I found a place to stay in Zurich in April. So it was time to go for the last bit of my journey: riding the 80km back home to Zurich. I took some small roads through the hills of the Hinterthurgau, crossed the Lake of Zurich on a ferry and reached Zurich Wollishofen almost exactly 10 months after I have left the town by bike (see photo).

 

This is the end of my journey.

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From +30 to -20 degrees Celsius

Snowcovered hills back home
Snowcovered hills back home

Taking a plane with a bicycle always makes me a little bit nervous since there seem not to exist any definitive regulations and it always depends partly on the goodwill of the clerk at the check-in desk. After organizing a carboard-box for the bike and a taxiride to Bangkok International Airport I was checking in as early as possible with 38kg instead of the allowed 30kg. The woman at the counter did some phonecalls but in the end gave me boardingpass and ticket and I didn't have to pay any overweight!! Yeeeesss! It could have been 40$/kg overweight!

 

After one night in Colombo my plane to Switzerland took off at noon on February, 3 and by sunset we landed in Zurich. The temperature outside: minus 11 degrees Celsius and still dropping! And it dropped as far as minus 22 degrees the following night. The next day - exactly eight months after my departure - I cycled the last few km back home through a beautiful snowcovered landscape.

 

Total time: 8 months

Total km: 8'864 km

Total countries: 7 (Uzbekistan, Tajikistan, Kirgistan, China, Laos, Cambodia, Thailand)

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The dewdrop has reached the ocean

After more or less eight months and 8800km of cycling I have reached the crystal clear waters of the Gulf of Thailand.

 

After two weeks in Chiang Rai I missed my bicycle. So I took a bus down to Bangkok again just to take my bicycle on the train and head for the Cambodian border at Aranya Prathet where I crossed the border three weeks before. I decided to make a little detour through Cambodia before heading south to the sea. I passed through the colonial City of Battambang and continued from there south to the borderprovince of Pailin, known for gemstones and beeing the last "Khmer Rouge Resort". From here I cycled straight down to Trat at the Gulf of Thailand and took a boat to the remote jungle-island of Koh Kut (picture).

 

The Island is the perfect lonely-beach-paradise and endpoint of my pilgrimage from the Central Asian deserts over the Himalayan Plateau to the jungles of Southeast Asia. So I pass my remaining days here at the white beaches of Koh Kut.

 

On february, 2 my flight leaves at 7 p.m. from Bangkok International Airport direction Switzerland...

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